Schreiben über’s Schreiben

Ja, ich weiß. Dieser Blog (oder dieses Blogg?) ist sträflich vernachlässigt.

Könnte man meinen! 

Aber es ist so. Ich gehöre zu den Menschen, die (meist) nur reden, wenn sie etwas zu sagen haben oder dazu genötigt werden, etwas zu sagen. Dazu kommt, dass mein Blog ein sehr heikles Thema behandelt – Das Schreiben. Und dazu möchte ich gerne etwas zitieren, was eine meiner Dozentinnen, ihrerseits Drehbuchautorin, schon einmal ganz treffend formuliert hat:

„Es gibt viele Leute, die sich für Schriftsteller oder Drehbuchautoren halten und die herumlaufen und jedem ihre Ideen erzählen. Manche statten sich rundum für diese Existenz aus, kaufen sich Computer, teure Stifte, kostbare Notizbücher, edle Schreibtische, avantgardistische Kleidung, intellektuelle Brillen, um sich und anderen zu vermitteln, dass sie Autoren sind. Doch merkwürdigerweise schreiben sie nicht. Alles um sie herum ist schon auf „erfolgreicher Autor“ gestylt, da sie die Frustration zu erleben, dass sie Anfänger sind, nicht aushalten können. Deshalb fangen sie mit dem Schreiben nie an.“

Und genauso verhält es sich mit dem Schreiben über das Schreiben. Es gibt unzählige Blogs, Bücher, Vlogs, Lehrgänge, Ratgeber … usw. Ich habe nicht vor,  selbst in dieser Prokrastinations-Falle zu landen, denn ich schreibe für meine Leben gern. Um nicht zu sagen – Ich schreibe um mein Leben! 

Dieses Künstler-Leben fordert Opfer. Man muss einer regulären Beschäftigung nachgehen, um zumindest Miete und Gummibärchen bezahlen zu können. Die Zeit, die einem dann noch bleibt, muss gut geplant sein.  Neben Krav-Maga und Fitness-Training (Ja, mein Körper ist mir  wichtig, immerhin will ich noch einige Bücher lang leben) und dem regelmäßigen Entleeren der Kater-Toiletten muss man auch hin und wieder ein Bett aufschütteln und einen Teller abwaschen. Aber das Wichtigste ist, man muss Schreiben! Nicht übers Schreiben, sondern einen Roman oder eine Kurzgeschichte, vielleicht auch Fanfiction (davon habe ich letztlich tatsächlich sehr viel geschrieben), Filmanalysen, Buchanalysen und irgendwann auch mal das erste Drehbuch. Das bedeutet, einen Blog zu pflegen, hat da in etwa die Priorität von – Endlich mal Oma Erna dabei zu helfen, ihre eingewachsenen Zehnägel zu (be)schneiden. 

In  welche Kategorie fällt also nun dieser Artikel? Habe ich etwas zu sagen oder wurde ich genötigt, etwas zu sagen? Es ist tatsächlich beides. So ein Blog muss eben hin und wieder mit Gedanken gefüllt werden, damit er seine Daseinsberechtigung nicht verliert. Zudem ist es – wenn schon Prokrastination – eine der besseren Arten sich vor dem Schreiben zu drücken, da man sich ja mit dem Schreiben übers Schreiben vor dem Schreiben drückt. Klar oder? Und – um auf das Warum meines heutigen Blog-Artikels zurückzukommen – Warum zur Hölle gibt so unfassbar viele Ratgeber und Blogs über das Schreiben erfolgreicherer Bücher, wenn deren Autoren doch lediglich mit dem Schreiben besagter Ratgeber oder Blogs erfolgreich sind? Das ist so, als würde ein Architekt viel Geld mit dem Reden übers  Häuser „entwerfen“ verdienen, aber keinen einzigen, seiner Entwürfe umgesetzt bekommen.

Das darf mir nicht passieren. Mein Blog wird so erfolgreich, wie die Buchstabensuppe vom Suppenkasper, da ich – nun ja, doch eher ein schweigsamer Mensch bin. Sollte ich aber tatsächlich mal mehr als drei oder vier Artikel pro Monat veröffentlichen, dann erinnert mich doch bitte eindringlichst daran, dass ich sicher sehr viel Wichtigeres zu tun habe, als übers Schreiben zu schreiben.

Herzlichst Eure Joan!

1 Kommentar

  1. Man kann als Autor kein Feuer entfachen, wenn man nur darüber redet, was hätte sein können, wie man es besser machen oder besser bleibenlassen sollte.

    Ich lese hier zugegebenermaßen gern von dir und warte geduldig, bis du wieder deinem Eskapismus erliegst.

    Gefällt 1 Person

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