Point of no Return

Oder die Plateau-Phasen des Schreiben-Lernens.


Anfänger können alles.
[… Any chapped-ass monkey with a keyboard can poop out a beginning …]

Schreibblockaden sind schon etwas für Fortgeschrittene. Wenn du dann erst einmal bei den Ideen-Blockaden angelangt bist, kannst du dich bereits bei den fortgeschrittenen Fortgeschrittenen wähnen. Du weißt inzwischen, dass du viel besser schreibst als zu Beginn. Du schämst dich für deine ersten Schreibversuche, die du noch stolz jedem präsentiert hast. Du hast gelernt, was es zu vermeiden und was es zu beachten gilt, was du noch lernen musst und was du bereits kannst. Du weißt jetzt was ein Plot ist, eine Prämisse, die Synopsis, Midpoints, the point of no return …

Stillstand. 

Es geht nicht mehr vorwärts, du kannst aber auch nicht mehr zurück. Du weißt (scheinbar) alles über das Schreiben, siehst in deinen Texten aber nur noch die immer gleichen Formulierungen, langweilige Phrasen, kitschige und über-dramatische Beschreibungen, zu denen du dich hast hinreißen lassen, weil du mal wieder zu tief in deine Figuren und deren Schicksal eingetaucht bist – oder nicht tief genug. Zu wenig Worte (und stets zu viele Kommata) für das, was du eigentlich sagen möchtest. Was möchtest du eigentlich sagen?

Stillstand. Es geht nicht mehr vorwärts, du kannst aber auch nicht mehr zurück.

Was macht der Held einer Geschichte, wenn er an diesem Punkt angelangt ist? Ja, er hat zu Beginn eine Entscheidung getroffen und er erlebt nun dessen Konsequenzen. Er ist am Boden zerstört. Emotional und körperlich pfeift er auf dem letzten Loch. Aber dann, ganz plötzlich bäumt er sich wieder auf. Denn er ist der Held seiner Geschichte und wenn jemand etwas bewirken kann, dann er. Das letzte bisschen Kraft, Mut und Selbstbewusstsein wird zusammengekratzt. Die Metamorphose ist fast abgeschlossen – es wird nicht mehr gekrochen, wir fliegen jetzt! Veränderung ist der Schlüssel.

Denn am Ende geht es um das Weitermachen, ums Überwinden scheinbar unüberwindbarer Hindernisse. Ja, so wird man zum Helden (oder Profi). Es ist ein schmerzhafter, mühseliger Prozess und nur wer ihn ganz durchläuft, schafft es bis zur Zielgeraden. Und keine Sorge, dort warten dann wieder neue Probleme auf uns.

Eure Joan


[…Any chapped-ass monkey with a keyboard can poop out a beginning, but endings are impossible. You try to tie up every loose end, but you never can. The fans are always gonna bitch. There’s always gonna be holes. And since it’s the ending, it’s all supposed to add up to something. I’m telling you, they’re a raging pain in the ass … ] – Chuck (God) in 5.22 „Supernatural“

4 Kommentare

    1. So oder so … entscheidend ist doch, was am Ende bei rauskommt. Und es sollte nicht braun und übelriechend sein. Es sei denn, man benötigt genau dieses, um in das nächste „Kapitel“ zu schlittern. ;)

      Gefällt 1 Person

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