Diktate, Duden und Routinen

Es ist zwei Wochen her, als ich ankündigte, hier würde ab sofort mehr passieren. Was soll ich sagen, zumindest saß ich mindestens einmal am Tag vor dem Laptop und grübelte, ob ich etwas Interessantes zu sagen habe.
Die Sache ist die: Über meinen „Job“ und die Menschen dort gäbe es wirklich sehr viel Spannendes zu erzählen, doch leider darf ich das aus rechtlichen und ethischen Gründen nicht – nur soviel:

Die wirklich guten Gespräche „führt“ man in der Psychiatrie.

Nun bin ich aber die anderen vier Tage der Woche nicht auf Arbeit und daher sollte ich doch noch anderes zu berichten haben, oder? Aber meine Tage laufen relativ unspektakulär und gleich ab. Ich liebe Routinen! Vor allem, wenn es um das Schreiben geht bin ich darauf angewiesen. Denn es ist nicht immer leicht sich aufzuraffen und an etwas zu arbeiten, was schon lange kein Hobby mehr ist, sondern (oft) wirklich zum Verzweifeln. Daher habe ich mir im letzten Jahr eine Tabelle gebastelt, in der ich mein Schreibverhalten festhalte und Fortschritte besser nachvollziehen kann. Ich hatte nämlich oft das Gefühl, „nicht genug geschrieben zu haben“ und litt dann an innerer Unruhe oder Getriebenheit, die nicht sehr gesund war. Inzwischen ist diese Tabelle für mich essenziell geworden und hat mir unheimlich viel Druck genommen, denn ich habe mich zuvor immer viel fauler eingeschätzt, als ich eigentlich bin und ich kann nun anhand dieser Tabelle sogar nachvollziehen, was zu Hochphasen und was zu Schreibkrisen führt.

Deadlines

Ansonsten sehen meine („Nichtarbeits“-)Tage immer gleich aus:
Ich stehe sofort auf wenn ich wach werde, was in der Regel gegen 7.00 Uhr ist, esse eine Stulle mit Marmelade (Ja, ick bin Berlinerin und stolz darauf!) dazu einen Kaffee und dann geht es ab in mein Schreibstübchen. Nicht immer schreibe ich dann. Manchmal verliere ich mich auch in den unendlichen Weiten des Internets, lese Blogs oder Nachrichten, gucke Youtube-Videos – wie man seine Locken bändigt – oder schreibe ein Diktat.

Ja, ihr habt richtig gelesen – ich schreibe ein Diktat. Meine Schulzeit ist schon eine Weile her und nach einigen Rechtschreibreformen hat sich meine Rechtschreibung nicht maßgeblich verbessert. Ich gebe zu – Mathematik ist sehr viel einfacher als die deutsche Rechtschreibung, denn Mathe hat ganz klare, nachvollziehbare und vor allem unbestreitbar logische Regeln (als Musikerin weiß ich das ohnehin). Angeblich gilt das auch für die Deutsche Rechtschreibung und Zeichensetzung, aber ehrlich gesagt, entzieht sich deren Logik meinem geschundenen Hirn allzu oft.

Nun sollte man als Autor jedoch die Basis seines Handwerk beherrschen und so kam es, dass ich mir kürzlich auf dem Flohmarkt ein Duden-Diktate-Buch (mit CD) erstanden habe. Und das waren die best-investierten zwei Euro meines Lebens! Ich kann mir nicht einmal im Ansatz vorstellen, dass die lieben Schüler der Klassen Fünf bis Zehn in Deutschland auch nur annährend wissen, was in diesem Buch gelehrt wird – zumindest wenn ich an Twitter, Facebook und an die unsäglichen Unterhaltungen in Bus und Bahn denke. Diese Duden-Diktate sind toll und zu 90% erschließt sich jetzt auch mir eine gewisse Logik unserer deutschen Rechtschreibung. So eine Maßnahme kann ich jedem nur empfehlen, der ähnliche Probleme hat wie ich. Aber immer nur ein Diktat pro Tag, denn nur dann bleibt (so ist es zumindest bei mir) das Gelernte auch gespeichert. Ich bin immer noch bei der Groß- und Kleinschreibung, aber selbst dabei haben sich bereits Welten der Erkenntnis für mich eröffnet.

Ich weiß, dieser Blogartikel ist schon sehr lang geworden, aber es sind immerhin zwei Wochen seit meiner letzten „Meldung“ hier vergangen. Dennoch der Rest meiner Tagesroutine ist ganz schnell zusammengefasst: nach dem Schreiben und meinem täglichen Diktat, geht es zum Laufen oder zum Workout und dann noch ein wenig Haushalt (kochen muss ich zum Glück nicht, ich werde bekocht). Am späten Nachmittag belohne ich mich mit dem Zocken auf der PS4 oder einem PC-Game (aktuell hat es mir „Vampyr“ sehr angetan). Abends erhält dann Netflix seine verdiente Aufmerksamkeit und das war es (in der Regel) schon.

Gestern Abend war das nicht so – gestern war Fußball und ein gewisses Sozialleben fand sich in unserer bescheidenen Behausung ein (wir haben nun mal den größten Fernseher) – sie waren laut, sie waren nicht satt zu kriegen, aber … 2:1 – in der Nachspielzeit! Ich war übrigens die Einzige in der Runde, die bis zum Ende an den Sieg unserer Laufburschen geglaubt hat.

Was soll ich sagen, ich bin beschäftigt.

 

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