Sommerloch

Ich habe seit mehr als zwei Wochen kein einziges Wort mehr „zu Papier“ gebracht – Einkaufszettel und dieser Blogartikel zählen nicht. Dabei hatte ich mir vorgenommen, endlich auch meine letzten beiden Fanfictions in diesem Sommer fertig zu stellen, damit ich mich froh, munter und unbelastet im Herbst an die Fortsetzung meiner Shadowhunters-Fanfiction und vielleicht sogar wieder an ein „eigenes“ Projekt wagen kann. Doch diese hehren Ziele rücken scheinbar in weite Ferne.

So langsam drängt sich mir der Verdacht auf, dass ich kein „Sommerschreiber“ bin. Es ist zu hell, zu warm – irgendwie möchte ich lieber an einem kühlen Badesee mitten im Wald sitzen, Kirschen essen und im Schatten ein Buch lesen. Aber was mache ich stattdessen? Ich quäle mich, nur um meinem schlechten Gewissen und diesem merkwürdig depressiven Gefühl, nicht die Kontrolle zu überlassen, auf dem Laufband, putze den Kühlschrank, das Katzenklo, räume den Keller auf oder den Kleiderschrank, um dann am Nachmittag zum dritten Mal „Vampyr“ oder „Dertroit: Become human“ zu spielen. Das macht nicht mal mehr Spaß, weil meine Stimmung derart im Keller ist, dass ich die Freude an Dingen verliere, die mir sonst Spaß machen – ergo auch am Schreiben. Sonst kann ich mich meist hinsetzen (wenn auch lustlos), einfach loslegen und nach ein paar Absätzen läuft es dann wieder, doch selbst diesen Antrieb müsste ich jetzt wirklich erzwingen.

Ihr seht, es ist ein Teufelskreis. Ich sollte nach Norwegen oder Island ziehen, um effektiver schreiben zu können. Dass ich schreiben will, zeigt, wie schlecht es mir geht, wenn ich es mal nicht kann – und irgendwie ist das auch wieder tröstlich, denn es zeigt nur, wie sehr ich schreiben will.

Ich weiß nicht, ob es draußen noch andere gibt, denen es ähnlich geht, aber ich denke, ich muss auch diese Hürde irgendwann nehmen. Vielleicht fange ich gleich damit an und zwinge mich jetzt zu schreiben. Bei diesem Blogartikel hat es ja auch geklappt. Immerhin habe ich nun vier Wochen Urlaub, es wäre ja eine furchtbare Verschwendung, diesen nur für einen Laufband-Marathon zu nutzen, oder?

Hat eigentlich schon mal irgendeiner geklärt, warum das Leben so furchtbar anstrengend sein muss? Warum alles Gute und Wundervolle (wie ein gesunder und athletischer Körper, Selbstbewusstsein oder abgeschlossene Romane), stets soviel Kampf und Ausdauer erfordern, dass man viel zu so oft dabei strauchelt und sich ständig wieder aufrappeln muss? Ist Erfolg das? Der ständige Kampf mit sich und die (zunehmenden) glorreichen Siege gegen den inneren Schweinehund? Während ich diese Zeilen schreibe, wird mir genau das klar: Ja, natürlich sind die Dinge, die nicht so leicht zu haben sind, viel wertvoller als alles, was einem mal eben so in den Schoss fällt!

Es geht mir gleich viel besser! Also, ich schreibe jetzt ein neues Kapitel – das wird schon. Und wenn nicht, dann schreibe ich morgen eben ein besseres! Ich mach‘ das schon – wie immer.

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